 | 2012/05/04 Religion: "Unser Denken und Handeln basiert auf einer physikalischen Struktur" - ZEIT online |
| Für die Physikerin Lisa Randall ist das Großartige an der Wissenschaft gerade ihre Unordnung. Wissenschaftler sind nicht im Besitz einer geoffenbarten Wahrheit, sondern müssen selber herausfinden, was die Welt im Innersten zusammenhält. Das ist nach Randall der große Unterschied zwischen Religion und Wissenschaft: Wissenschaftler kennen die Antworten nicht. Sie müssen sie suchen. Ein interessantes Gespräch, auch über die Kathedralen und Glaubenssätze der Physik. -al
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 | 2012/05/03 Ewig nagt der Zweifel - ZEIT Online |
| Die Fachzeitschrift Science verkündet in ihrer jüngsten Ausgabe: »Analytisches Denken fördert den religiösen Unglauben.« Das klingt, so Ulrich Schnabel, intuitiv erst einmal einleuchtend. Die Vernunft als natürliche Gegnerin des Glaubens ? das ist seit gut dreihundert Jahren das Leitmotiv aller Aufklärer und Religionskritiker. Er zeigt zum Glück aber auch: mit Religionskritik darf man es sich nicht zu einfach machen. Sonst sitzt man nur den intuitiven Vorurteilen seiner Ratio auf. - al
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 | 2012/04/29 Synthetische Biologie: Leben erschaffen nach dem Lego-Prinzip - SPIEGEL ONLINE |
| Mit Methoden aus Biologie und Technik versucht sich der Mensch daran, den Code des Lebens zu verändern - oder sogar völlig neu zu schreiben. Craig Venters bekannte Versuche stehen kennzeichnend für das gesamte Forschungsgebiet der synthetischen Biologie, aber im Grunde handelt es sich um Grundlagenforschung. Wesentlich höheres ökonomisches Potenzial gestehen Experten der Idee zu, Zellen auf industrieller Grundlage mit neuen Aufgaben und Fähigkeiten auszustatten. Hier erscheint die Idee der BioBricks besonders charmant - eine Art biologischer Lego-Bausteine, die mit definierten Schnittstellen ausgestattet sind, über die sich die BioBricks verketten lassen. Parallel verspricht das Vorgehen, was den Menschen schon immer fasziniert hat: künstliches Leben zu erschaffen und sich damit gottgleich zu erheben, hält der informative Artikel am Rande fest. Der Mensch als von Gott begabter Mitschöpfer oder narzistischer Götterstürzer? Eine Frage der theologischen Interpretation der Sache. - al
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 | 2012/04/09: Dawkins vs. Pell - Q&A; ABC TV |
| Die transskribierte Debatte zwischen Richard Dawkins und George Kardinal Pell, Erzbischof von Sydney, ist ein Lehrstück für typische Kontroversen zwischen naturwissenschaftlich ausgreifendem Atheismus und religiöser Weltanschauung - inklusive zahlreicher (gewollter?) Missverständnisse. So beantwortet Pell die Frage, warum ("why") der Mensch existiert, final i.S.v. "wozu ist der Mensch da?", während Dawkins finale Zweckaussagen grundsätzlich für sinnlos hält und kausal mit den naturwissenschaftlichen Entstehungsbedingungen für den Menschen antwortet. Und die Entstehung der Welt aus dem Nichts wird naturwissenschaftlich nur plausibel, wenn ein anderes "nichts" angenommen wird als das philosophisch-theologische absolute Nichts: "Er lässt Gott fallen und frisiert das Nichts hoch", kontert Pell zu Recht. Blasser bleiben Pells Aussagen zur Hominisation und Dawkins' Frage, woher die Erbsünde komme, wenn Adam und Eva nie existiert hätten, bleibt unbeantwortet. hhp
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 | 2012/05/01: Die Gottesbedrohung aus dem All - P.M. Magazin |
| Der von Philipp Saller verfasste Beitrag und das Editorial des Chefredakteurs Hans-Hermann Sprado prophezeien den Religionen im Falle einer Begegnung der dritten Art nicht gerade eine rosige Zukunft. Das Bedrohungsszenario gewinnt seine Plausibilität allerdings allein durch geschickte Verdrehung von Umfrageergebnissen. Das Ergebnis spiegelt nämlich weder bei gläubigen Laien noch bei theologischer Elite ?Besorgnis wider?, wie P.M. es gerne hätte, sondern weitestgehende Gelassenheit. hhp
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 | 2012/04/05: Menschenevolution - Kultursprung durch Großeltern - Spektrum der Wissenschaft |
| Dass es im Laufe der Menschheitsentwicklung zu einer Zunahme der Lebenserwartung gekommen ist, hat die Autorin und Anthropologin erwartet, nicht aber, dass es zwischen Neandertalern und modernem Menschen zu einem solchen Alters-Sprung kam. Durch den zunehmenden Großeltern-Anteil konnte es einen Zuwachs an Tradition und Beziehungspflege geben, der wiederum höheres Alter ermöglichte. Kann diese positive Rückkoppelung beim modernen Menschen den Untergang des Neandertalers erklären? hhp
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 | 2012/04/08 Ich-Bewusstsein: Was ist das Ich? ZEIT ONLINE |
| Bei der Frage nach dem Kern unseres Menschseins sind sich die wissenschaftlichen Disziplinen alles andere als einig. Klar ist lediglich, dass sich die Gattung Homo sapiens vor allem durch ihr hoch entwickeltes Ich-Bewusstsein auszeichnet. Auch stimmen Natur- und Geisteswissenschaftler darin überein, dass wir alle über einen höchst subjektiven Blick auf die Welt verfügen ? eine »Erste-Person-Perspektive«, wie Philosophen das nennen. Der Artikel lässt aktuelle Forschungsergebnisse von prominenten Forschern und die Frage nach der Willensfreiheit Revue passieren und kommt zu dem Schluss: Was uns zu Menschen macht, ist letztlich die Fähigkeit, mit anderen in Kontakt zu treten. Hochinteressant! - al
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 | 2012/04/04 Wann ist ein Mensch tot? ZEIT Nr. 15 S.41 |
| Christian Schüle berichtet über Zweifel an dem derzeit noch gültigen Hirntodkriterium für Organtransplantationen. Die gegenläufigen Haltungen hängen an der einen großen Frage: Ist ein hirntoter Mensch wirklich tot? Die Grenze zwischen Leben und Tod ist biologisch nicht definierbar. Wodurch ist Menschsein überhaupt bestimmt? Solche Fragen brechen auf und werden von Schüle zu Recht diskutiert. Er plädiert am Ende für den Hirntod als Grundlage einer Ethik der Solidarität. Aber um welchen Preis? -al
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 | 2012/03/14: Sind die meisten Wissenschaftler gegenüber Religion zu unkritisch? - wissenrockt.de |
| Der vorliegende Artikel weist auf einen Huffington-Post-Beitrag hin, in dem der Astronom Victor Stenger Wissenschaftler ermutigt, den Konflikt mit Religion nicht zu scheuen. Nur wenn der Einfluss der Religion in der Welt verringert werde, könne Zukunft gelingen. Auslöser für diesen Appell war u.a. eine evangelikale Erklärung zur globalen Erwärmung, die aus Bibel und göttlicher Vorsehung eine Überlebensgarantie abzuleiten glaubt. In der Tat ein fatales Missverständnis biblischer Aussagen! Schade nur, dass Stenger evangelikalen Fundamentalismus mit Religion insgesamt gleichsetzt und sich im Huffington-Original zu Aussagen versteigt wie: "Wissenschaft ist der Wahrheit verpflichtet, Religion dem Unsinn". hhp
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 | 2012/01/23: Die Weltmaschine kommt auf Touren - Bild der Wissenschaft online |
| Anders als der jüngst besprochene Zeit-Artikel über "Susy" wertet Rüdiger Vaas die Experimente am Large Hadron Collider (LHC) des CERN als "exzellente Leistungen", auch wenn Sensationen zunächst ausbleiben. 2012 allerdings könne allerdings als "Higgs-Jahr" in die Geschichte eingehen, sofern in diesem Jahr in einem "Experimentum crucis" seine Existenz erwiesen oder auch widerlegt werden dürfte. Existiert es, bestätigte es das sog. Standardmodell der Elementarteilchen, an dem seit 40 Jahren theoretisch und nach und nach auch experimentell bestätigend gearbeitet wird. Existiert es nicht, "käme das Standardmodell in ernste Schwierigkeiten". Vaas' steile These: Ein Scheitern wäre "sogar die spannendere Alternative", denn dann hätte man "endlich wieder etwas Unerwartetes entdeckt". hhp
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 | 2012/03/14: Mysteriöser Misch-Urmensch - Bild der Wissenchaft |
| Fast wie bei jedem Hominidenfund so vermuten die Entdecker auch diesmal "ein neues Kapitel in der menschlichen Evolutionsgeschichte". Entdeckt wurden vormoderne Hominiden in einem Zeitraum, der bisher den Überresten des modernen Menschen vorbehalten war. Die Besiedlungsgeschichte Asiens müsste dann neu geschrieben werden. hhp
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 | 2012/03/19: Teilchenphysik - Auf der Suche nach Super-Susy - Zeit online |
| Anders als die rationale Wissenschaft sei der Glaube an Gott wie der irrationale Glaube an Feen - wollte uns Richard Dawkins seinerzeit im "Gotteswahn" weismachen. Jetzt jedoch haben die Feen auch Einzug in die Physik gehalten. In den Teilchenbeschleunigern suche man händeringend nach "Kobold Higgs" und "Fee Susy", um das Theoriegebäude der Physik zu vervollständigen, zu bestätigen oder auch zu revolutionieren. Susy, die Supersymmetrie, würde einige Lücken im physikalischen Weltmodell schließen. Hierbei die Metapher der Feen zu bemühen, spricht für eine gewisse Kritik des Autors, der übrigens selbst Physiker ist, an der Methode der Teilchenphysiker: "Wenn man nicht weiterweiß, erfindet man einfach ein neues Elementarteilchen". So viel Willkür in der Physik wollten dann doch einige Kommentatoren nicht wahrheben und sprachen von "ätzendem Humor" und "Spott". Auch Dawkins dürfte die Nestbeschmutzung der feenfreien Zone Naturwissenschaft ärgern! hhp
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 | 2012/03/16 Unterstützung für Einstein - faz.net |
| Auch die FAZ berichtet vom aus für überlichtschnelle Neutrinos. Messungen des Neutrino-Experiments ?Icarus? zeigten, dass die neutralen Elementarteilchen das von Einstein postulierte kosmische Tempolimit in Höhe der Lichtgeschwindigkeit offenkundig doch nicht übertreten können (was Forscher des "Opera"-Experiments zur Diskussion gestellt hatten). - al
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 | 2012/03/16 Experiment bestätigt: Neutrinos sind nicht schneller als Licht - SPIEGEL ONLINE |
| Auch schnelle Neutrinos können Einsteins Relativitätstheorie nicht widerlegen. Physiker der internationalen "Icarus"-Forschungsgruppe legten am Freitag Messungen eines Experiments vor, bei dem diese Teilchen die Lichtgeschwindigkeit nicht überschritten haben. Dadurch bekommen Zweifel an den Resultaten eines ähnlichen Experimentes der "Opera"-Forschungsgruppe im vergangenen September neue Nahrung. Dabei waren Neutrinos scheinbar schneller als das Licht - wenn auch nur um extrem kleine Bruchteile von Sekunden. "Die Anzeichen beginnen darauf hinzudeuten, dass das 'Opera'-Ergebnis auf einem Messfehler beruhte", sagt jetzt auch das CERN. -al
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 | 2012/02/24 Messfehler könnten Überlichtgeschwindigkeit erklären - faz.net |
| Der Befund aus dem vergangenen Jahr, nachdem Neutrinos schneller als das Licht gewesen seien, könnte sich nach der Entdeckung von zwei potentiellen Messfehlern bald zerschlagen. Ein Gespräch mit Caren Hagner, der Leiterin der deutschen Forschergruppe, die am Experiment beteiligt ist, erläutert diese Erkenntnisse. - al
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 | 2012/02/14: Is religion really under threat? |
| Ein Gespenst namens Säkularismus suche Europa heim und die gebündelten Kräfte des alten Europa mühten sich um seinen Exorzismus. Zunehmend werde der Säkularismus nämlich als Bedrohung statt als wackerer Verteidiger der Freiheit gesehen. Ist der Säkularismus, so fragt der Autor des Artikels, tatsächlich eine solche Bedrohung? Die Härte der Säkularismusgegner lasse darauf schließen, dass mit dem Säkularismus etwas schief gelaufen sei. Eigentlich sei Säkularismus weder ein kämpferischer Religionsvertreiber noch eine gottlose Wissenschaft, die einen Tempel à la de Botton benötige. Vielmehr solle er Menschen aller und keiner Glaubensrichtung vereinen, indem er neutral ist. Die USA sei das beste Beispiel, wie verbreitete Religiosität und konstitutioneller Säkularismus zusammen gehen können. Auch brauche Religion nicht im Privaten zu verbleiben, solange sie vernünftig argumentiere. Die neutrale Freundlichkeit schlug indes für einige der neuen Atheisten mit dem 11. Sept. in Aggression um. hhp
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 | 2012/01/12 Transplantationen in Deutschland - Bereitschaft zur Organspende ist gering - sueddeutsche.de |
| Nach der Lebendspende einer Niere durch den SPD-Politiker Steinmeier schien es, als sei die Bereitschaft der Deutschen zur Organspende gestiegen. Ein Irrtum. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Patientenverfügungen verhindern Transplantationen häufig, denn in ihnen ist oft festgelegt, dass die medizinische Versorgung im Falle einer schweren Erkrankung schrittweise eingestellt werden soll. Dadurch werden potenzielle Spenderorgane meistens unbrauchbar. Alle Bundestagsfraktionen sind sich einig, dass noch in diesem Jahr ein neues Transplantationsgesetz verabschiedet werden soll, um die Spendenbereitschaft zu erhöhen. Die mit dem Problem verbundene Frage des Hirntodkriteriums behandelt der Artikel leider nicht.- al
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 | 2010/12/16 Vernunft und Glaube - Spektrum der Wissenschaft Jan. 2012 |
| In dem kostenlos verfügbaren Titelthema der Januarausgabe von Spektrum der Wissenschaft diskutiert der Bochumer katholische Theologe Christian Tapp Theologie als Wissenschaft. Er bringt es so auf den Punkt: Eine Religion, deren Gott vom Wesen her vernünftig ist, werde von ihrer höchsten Instanz her auf ein positives Verhältnis zur Vernunft festgelegt. Dieses sei freilich kein gemütliches Ruhekissen, sondern dauernder Anspruch, Widersprüche zu beseitigen und Verstehen zu ermöglichen. Tapp hält nur einen ontologischen Naturalismus für unvereinbar mit dem Glauben. Mit dem methodischen Naturalismus, der nur fordere, sich in der Naturwissenschaft auf das empirisch Fassbare zu beschränken, solle kein Gläubiger ein Problem haben. Wohl wahr! -al
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 | 2012/01/08: Stephen Hawkings 70. Geburtstag: Genie auf Augenhöhe mit Albert Einstein - Stephen Hawkings 70. Geburtstag - FOCUS Online - Nachrichten |
| Stephen Hawking anlässlich seines 70. Geburtstages mit Einstein zu vergleichen und in eine Reihe mit all den Großen zu stellen, die unser heutiges Wissen um den Kosmos geschaffen haben, ist sicher aller Ehren wert. Leider feiert die Laudatio auch den größten Fehlschluss Hawkings, der Schluss von den Naturwissenschaften zur Religion: "Hawking hatte Gott gleichsam abgeschafft". Da sollte man es besser mit Hawkings Freund Sir Martin Rees halten, seines Zeichens Königlicher Astronom und Präsident der Royal Society: "Hawking hat sehr wenig Philosophie und noch weniger Theologie gelesen" und "ich glaube nicht, dass wir seiner Sicht dieser Dinge irgend ein Gewicht beimessen sollten". hhp
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 | 2012/01/08 Stephen Hawking wird siebzig: Durch des Himmels prächt'gen Plan - FAZ online |
| Niemand hat die moderne Physik den Mitmenschen ausdauernder erklärt als der Engländer Stephen Hawking, so die FAZ. Dieser Lehrer und Forscher verkörpere eine noch sehr junge Sorte Denker mit "Neugier, Vernunft, Wahrheitsliebe und Fleiß". Der Artikel nimmt den Geburtstag zum Anlaß eines Abrisses des Kontextes, in dem Hawking arbeitet, und stellt somit eine interessante Ergänzung zum bodenständigeren ZEIT-Artikel dar. -al
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 | 2012/01/08 Der Geist, der zu den Sternen reist - ZEIT online |
| Heute feiert der Astrophysiker Stephen Hawking seinen 70. Geburtstag. Kaum jemand hat die Rätsel des Kosmos wohl besser vermittelt als er, so ZEIT online. Der Artikel befasst sich ein wenig mit dem "Archetypus eines behinderten Genies" und enthält biografische Informationen. Warum sich Hawking stets auch mit der Gottesfrage beschäftigt, dazu findet sich allerdings nicht viel."Ich bin der Ansicht, dass wir alle, nicht nur die theoretischen Physiker, gern wissen wollen, woher wir kommen", so Hawking selbst. -al
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 | 2011/12/15: Der Gottesteilchenwahn - der freitag |
| Der Artikel beschreibt zunächst, wie die Suche nach dem Higgs-Teilchen systematisch eingegrenzt werden konnte bis man jetzt fast sicher sein kann, "nahe dran" zu sein. Dass man nun auch nahe am lieben Gott sei, weiß der Artikel als missverständliche Namensgebung des Higgs-Teilchens zu entlarven. hhp
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 | 2011/12/13: Vatikansternwarte: "Gottesteilchen" stellt Weltbild nicht infrage - kathweb Nachrichten - Katholische Presseagentur Österreich |
| Anscheinend ist es nötig zu betonen, dass das so genannte Gottesteilchen im Falle seiner Entdeckung ein religiöses Weltbild nicht infrage stellt. Gut, dass es eine päpstliche Sternwarte mit qualifizierten Astrophysikern gibt, die hier Richtigstellungen liefern. hhp
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 | 2011/12/15: «Das Wort ?Gottesteilchen? ist reiner Humbug» - Basler Zeitung |
| Durch den Artikel erfährt man etwas über die Geschichte des CERN und dessen Suche nach dem Higgs-Teilchen. Die Ableitung des Begriffs "Gottesteilchen" aus dem Ausspruch "gottverdammtes Teilchen" bringt den Interviewer zunächst aber auf die Gottesfrage. Der interviewte Teilchenphysiker Dissertori glaubt zwar nicht an Gott, fühlt sich aber durch die Forschungen "an die Grenzen von Wissenschaft, Philosophie und Ethik" versetzt. Sauberes Auseinanderhalten von Naturwissenschaft und Religion ergebe hier eine friedliche Koexistenz. hhp
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 | 2011/12/13: Das ?Gottesteilchen? - Higgs, wo steckst Du? FAZ-online |
| Es liest sich wie ein Krimi, in dem ein Mörder gejagt und immer mehr in die Ecke getrieben wird: Die Suche nach dem Higgs-Boson, von dem das Überleben des teilchenphysikalischen Standardmodells abhängt. Man ist nah dran und meint schon Spuren des Teilchens wahrnehmen zu können. Um die Entdeckung von einer statistischen Unregelmäßigkeit unterscheiden zu können, braucht man mehr Messungen. Aber da man weiß, wo man den Mörder suchen muss, wird wohl "2012 - das Jahr der Entdeckung". hhp
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 | 2011/12/07 Die Wirklichkeit der Welle - Zeit Nr. 49 S. 44, Zeit online |
| Noch immer wird um die Interpretation der Quantentheorie gerungen. Ein neuer Aufsatz heizt die Diskussion an, ob die Natur wirklich per se "unscharf" ist (Heisenberg) oder ob es eine "tiefer liegende" Realität gibt, eine These, die bereits David Bohm vertreten hat, den der kurze Artikel aber leider nicht erwähnt. Auf jeden Fall eine spannende Frage! -al
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 | 2011/11/14: Gene that raises suicide risk identified - Guardian |
| Therapeutisch nicht unbedeutend wird die Entdeckung eines Gens eingeschätzt, welches das Selbstmordrisiko eines Menschen erhöht. Die Erblichkeit suizidaler Tendenzen ist länger bekannt und erklärt die Häufung von Selbstmorden in bestimmten Familien. Prominentes Beispiel sind die Verwandten Ernest Hemingways: Hemingway selbst, sein Vater, zwei seiner Geschwister und eine Enkelin nahmen sich das Leben. Der Artikel geht davon aus, dass das Selbstmordrisiko zu 50% genetisch verursacht ist. Bisher war man zurückhaltend bei der Identifizierung bestimmter Gene, z. T. weil die Unterscheidung zwischen genetischem Selbstmord- und genetischem Depressionsrisiko notwendig, aber schwierig war. Wenn die nun entdeckte Genvariante in weiteren Studien als verantwortlich erweisen sollte, stünde ein Screening-Instrument zur Verfügung, das Suizidrisiko voraussagen könnte. hhp
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 | 2011/11/02: Paläoanthropologie - Älter als gedacht - FAZ |
| Wieder einmal scheinen Revisionen des menschlichen Stammbaums fällig. Der moderne Mensch hat Europa offenbar 5000 Jahre früher besiedelt als bisher angenommen. Damit verlängert sich auch die Zeitspanne, in der er mit dem Neandertaler koexisitiert hat, und eine bisher dem Neandertaler zugetraute Schmuckkultur wird jetzt dem modernen Menschen zuerkannt. hhp
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 | 2011/10/20 Carine, 43, lässt sich töten - ZEIT Nr. 43 |
| Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ereignete sich 2005 in Belgien eine Weltpremiere: Ärzte ließen eine Patientin auf deren Wunsch hin sterben, sofort danach entnahmen ihr andere Mediziner Organe. Die sind ja Mangelware. In Deutschland kommen die vorsichtig dosierten Informationen der belgischen Ärzte erst im Frühjahr 2011 an. Dabei rührt das, was mit Carine geschah, an grundlegende Fragen der Medizinethik. In Deutschland würde einem Arzt, der einen Patienten tötete, Gefängnis drohen. Der Fall wird ausführlich geschildert, auch kritische Stimmen kommen dabei zu Wort. Heiligt ein guter Zweck fast jedes Mittel? -al
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 | 2011/10/19 Können gute Wissenschaftler religiös sein? - zeit.de |
| Gott hat in der Naturwissenschaft keinen Platz - dennoch sind viele Forscher gläubig. Kann das gut gehen, fragt die ZEIT. Darüber diskutieren ein Physiker (Gerhard Börner) und ein Philosoph (Bernulf Kanitschneider). Der Physiker meint: ob man alles, was ist, auf physikalische Größen und Prozesse reduzieren will oder den Sinn im Wirken des Schöpfers, der die Welt im Innersten zusammenhält, sieht, bleibt Glaubenssache. Der Philosoph dagegen meint, ein konsequenter Wissenschaftler kann nur gläubig sein, wenn er den dogmatischen Gehalt des Theismus - anders als die Kirche - als Bild oder Gleichnis betrachtet. Bleibt zu sagen, dass des Philosophen Bild der Theologie nicht unbedingt adäquat ist. -al
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 | 2011/09/29 Im Wohlfühlwahn - ZEIT NR. 40 |
| Eine neue Studie zum Wohlfühleffekt der Religion kommt zu dem Ergebnis, dass dieser vor allem auf der Wertschätzung, die man von seinem sozialen Umfeld erfahre, beruhe. Falle diese weg, sinke auch das religiöse Wellnessgefühl. Der Kommentar von Ulrich Schnabel macht Sinn: "Wer Jesus als Glücksratgeber missversteht, sollte vielleicht mal wieder ins Neue Testament schauen." - al
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 | 2011/10/19: Can evolutionary theorists ever make sense of religion? - Guardian |
| Mark Vernon bezweifelt mit einem neuen Buch von Robert Bellah, dass Evolutionstheoretiker Religion angemessen beschreiben, solange sie diese in der vorherrschenden Sicht als Abfallprodukt verstehen. Religion mag in dieser Sicht einmal Anpassungsvorteile gehabt haben, letztlich sei sie aber ein kognitiver Fehler. Laut Bellah, einem "ehrwürdigen" Religionssoziologen, ist diese Geschichte wenig überzeugend, weil sie in einem fundamentalen Fehler auf der Oberfläche satzhafter Glaubensaussagen bleibe. Religion mit rituellen Einsichten und symbolischen Repräsentationen sei aber fundamentaler, theoretisch-theologische Reflexion demgegenüber Zweitwirklichkeit. Einer analytischen Philosophie, die auf der Ebene entkörperlichter Satzwahrheiten verbleibt, werde der tiefe Sinn von Religion, wie Soziologen à la Bellah ihn beobachten und Glaubensgemeinschaften ihn leben, nicht offenbar. hhp
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 | 2011/10/06 Mehr, als das Auge sehen kann - ZEIT Nr. 41 |
| Der Artikel von Ulrich Schnabel berichtet über den Physiknobelpreis, der die Entdecker der "dunklen Energie" im Kosmos ehrt. Ihre Forschung zeigt: Über den größten Teil des Universums weiß die Wissenschaft so gut wie nichts. So wurde die mysteriöse Treibkraft des Universums »dunkle Energie« getauft, in Anlehnung an die »dunkle Materie«, die schon länger in den astronomischen Gleichungen auftauchte. Sowohl dunkle Materie als auch Energie offenbaren sich nur über ihre Wirkungen. Berechnungen zeigen inzwischen, dass die dunkle Energie rund 70 Prozent der Energiedichte des Alls ausmacht; weitere 25 Prozent gehen auf das Konto der sogenannten dunklen Materie. Damit stehen die Astrophysiker vor dem kuriosen Phänomen, dass die uns bekannten chemischen Elemente nur etwa 5 Prozent des Universums ausmachen. -al
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 | 2011/10/07: Heilen durch Handeln im Kopf - faz online |
| Seit ihrer Entdeckung haben die sog. Spiegelneurone, die während des Betrachtens eines Vorgangs die gleichen Reize auslösen wie beim Selber-Handeln, für Faszination und Spekulation gesorgt. Die Phänomene Imitation, Empathie und auch Religion schienen sich damit neu verstehen zu lassen. Nun sollen die Spiegelneuronen ihren praktischen medizinischen Nutzen erweisen. So könnte bei der Rehabilitation mentales Üben das physische Üben soweit unterstützen, dass sich die Effekte gegenseitig potenzieren. Inwieweit nun Einzelbeobachtungen verlässlich verallgemeinert und nutzbar gemacht werden können, soll nun eine größere Studie erweisen. hhp
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 | 2011/09/29 Neutrino-Forschung: Das LSD der Teilchenphysik - Zeit Nr. 40 S. 40 |
| Der WISSENs-Artikel der ZEIT informiert ausführlich über die neuen überlichtschnellen Neutrinomessergebnisse, gekoppelt mit der Stringtheorie als möglicher Erklärung. Gleichzeitig mutet er wie ein Werbepapier für das neue Buch des Dortmunder Physikers Päs an, der allerdings immerhin dieses stringtheoretisch mögliche Verhalten der Neutrinos postuliert hatte. - al
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 | 2011/09/29 Wenn Einstein irrt - ZEIT Nr. 40 |
| Die ZEIT titelt sogar mit dem Experiment, nach dem Neutrinos scheinbar die Lichtgeschwindigkeit überschreiten. Das "scheinbar" wird hier allerdings fast zur Gewißheit und die Wissenschaft zum Turm aus Bauklötzchen, der immer wieder gerne zusammengeschmissen wird. Von Freuds drei narzistischen Kränkungen der Menschheit ist die Rede, ohne zu wissen, dass die erste - kopernikanische - zu ihrer Zeit völlig anders problematisiert wurde als Freud es gesehen hat (das Problem war nicht die Versetzung der Erde aus dem Zentrum des aristotelischen Weltbildes, sondern die Setzung der himmlischen Sonne an diesen "niederen Ort"). Alles in allem gut aufgemacht, aber wenig dahinter. -al
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 | 2011/09/23 Teilchenphysik: Einstein überholt? - Physik & Chemie - Wissen - FAZ.NET |
| Ein weiterer Artikel der FAZ, der grob über die Neutrinoexperimente und deren scheinbare Verletzung des Lichtgeschwindigkeitslimits informiert. - al
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 | 2011/09/23 Neutrinos schneller als Licht?: Einstein muss zittern - Physik & Chemie - Wissen - FAZ.NET |
| Auch die FAZ berichtet über die experimentellen Messungen, die den Anschein erwecken, dass bestimmte im CERN erzeugte Neutrinos schneller als das Licht unterwegs sind, was Einstein vom Sockel stürzen würde. - al
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 | 2011/09/23 Forscher staunen ueber rasende Neutrinos - Weltweit ueberwiegt die Skepsis - sueddeutsche.de |
| Ausführlichere Hintergrundinformationen zu dem Experiment, bei dem Neutrinos auftreten, die scheinbar schneller als das Licht sind. Die Skepsis gegenüber der Auffassung, hier habe man einen Beleg für die Extradimensionen der Stringtheorie, ist wohl angemessen. - al
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 | 2011/09/22: Neutrinos Travel Faster Than Light, According to One Experiment - ScienceNOW |
| "Wenn das wahr ist, ist es die größte physikalische Entdeckung des letzten halben Jahrhunderts." Der vollmundige Artikelanfang bezieht sich auf ein Experiment, in dem Neutrinos schneller als Licht unterwegs waren. Einsteins spezielle Relativitätstheorie, wonach sich nichts schneller bewegen kann als Licht, wäre dann hinfällig. Ein italienischer Teilchendetektor fing Neutrinos ab, die vom CERN abgefeuert wurden und mit erhöhter Geschwindigkeit erwischt werden konnten. Von der Abschaffung der Relativitätstheorie sei zwar noch nicht die Rede, der Befund stelle jedoch ein bislang ungelöstes Rätsel dar. Die von der scientific community zu klärende Frage ist, ob die Teilchen tatsächlich schneller als Licht waren, oder ob ein systematischer Fehler im Experiment vorlag. Bevor das Experiment nicht reproduziert werden kann, wird es kaum als definitives Ergebnis anerkannt werden. hhp
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 | 2011/09/16 Dunkle Materie: Die rätselhafte Schattenwelt des Universums - Physik & Chemie - Wissen - FAZ.NET |
| Niemand in der Astronomie bezweifelt, dass "Dunkle Materie" existiert. Die Astronomen benötigen sie, um verstehen zu können, wie sich Galaxien bewegen und können mit ihr erklären, wie sich diese größten Bausteine unseres Kosmos überhaupt bilden konnten. Etwa fünfmal so viel Dunkle Materie wie "normale" Materie soll es geben. Atome scheinen da nur die sichtbare Spitze eines Eisbergs zu sein. Doch woraus die unsichtbare und doch allgegenwärtige Materieform besteht, kann bislang niemand erklären. Die beste Arbeitshypothese stellen die sogenannten Weakly Interacting Massive Particles (Wimps) dar - schwere Teilchen also, die sich praktisch ungesehen durch normale Materie hindurchbewegen können, deren Gravitationswirkung jedoch spürbar ist. Gibt es diese Teilchen wirklich? Eine spannende Grundlagenfrage der gegenwärtigen Astronomie, deren Entwicklung sich sicher weiter zu verfolgen lohnt! - al
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 | 2011/09/23 Lichtgeschwindigkeit - Kratzen am Tempolimit - sueddeutsche.de |
| Schneller als das Licht sollen einige vom Teilchenbeschleuniger Cern ausgesandte Neutrinos sein, so die Daten. Sie wurden veröffentlicht, um gemeinsam den Fehler zu finden, denn nach Einsteins Theorien kann das nicht sein. - al
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 | 2011/09/08 Philosophie: Das rätselhafte Ich - ZEITmagazin Nr. 37 |
| Ein Gespräch mit dem Philosophen Thomas Metzinger über die Schwierigkeit, uns selbst zu erkennen, und die Frage, ob es eine Seele gibt. Metzinger berichtet von außerkörperlichen Erfahrungen, doch was ist das Selbst, das all diese Erfahrungen macht? Ein "feinstofflicher Körper" aus reiner Information, also das innere Bild, das sich das Gehirn vom eigenen Organismus macht? Nach Metzingers Vorstellung ist das bewusste Selbst nicht einfach da, es wird im Gehirn konstruiert: es ist kein Ding, sondern ein Vorgang - auch wenn eine lange philosophische Tradition das anders sieht. Dennoch sollten wir auch nach Metzinger nicht mit dem naturalistischen Menschenbild der Wissenschaft über unser inneres Erleben hinwegreden. Was "Person als Ganzes" bedeutet, will er in seiner Forschung herausfinden. Wir könnten dabei vom Erbe der spirituellen Praktiken der Mystiker lernen, uns aber von den zugehörigen Glaubenssystemen lösen, so Metzinger. Für reichlich Diskussionsstoff ist gesorgt! -al
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 | 2011/09/04: What Is Naturalism? - New York Times |
| Der Philosoph Timothy Williams kommt zu dem Schluss, dass der Naturalismus als Dogma der Feind einer wissenschaftlichen Geisteshaltung ist. Er benennt die Abgrenzungsschwierigkeiten, in die der Naturalismus kommen kann - sowohl in seinen exklusiven wie inklusiven Formen. Daher will sich der Philosoph, der sich selbst als Atheist bezeichnet, nicht gern als Naturalist etikettiert finden. Wohl aber plädiert er für eine wissenschaftliche Geisteshaltung, die aber auch außerhalb der Naturwissenschaften zu finden seien. hhp
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 | 2011/07/26 Ellipse Now - SPIEGEL ONLINE |
| Popularistisch aufgebauschter historischer Artikel über Keplers Entdeckung der elliptischen Umlaufbahnen der Planeten. Zur Aufmachung gehört dann auch die übliche Suggestion, Kepler (der übrigens Pfarrer werden wollte) habe für den Fortschritt der Wissenschaft gegen die Kirche gekämpft. - al
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 | 2011/08/18 Teilchenphysik: Das Making-of eines Weltbildes - ZEIT NR. 34 S.33 |
| Ein interdisziplinäres Projekt an der Uni Wuppertal untersucht die "Erkenntnistheorie des LHC". Eine Philosophin kommt mit den Physikern dort über ihr Treiben ins Gespräch. Eine kritische Bemerkung : Die Physiker können bei Weitem nicht alle Daten aus den Experimenten speichern, ein Großteil der Erkenntnisse über die Realität werde einfach weggeworfen. Die Physiker entgegnen, diese Daten enthielten aber nichts neues. So prallen theoretische Vorbehalte der Philosophin und pragmatische Methoden der Physiker aufeinander. Ob das Ergebnis fruchtbar ist, wird sich zeigen, interessant ist der Versuch allemal.- al
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 | 2011/08/18 Früher erkennen - ZEIT Nr. 34 S. 31 |
| Gerade hat sich der Bundestag dazu durchgedrungen, PID in Ausnahmefällen zuzulassen, da kommt die Humangenetik mit einem komplikationsfreien Verfahren daher, das zudem noch früher in der Schwangerschaft anwendbar ist. Das Blut der Schwangeren gibt über das Genom des Kindes Auskunft. Die Zeiten nähern sich dem Ende, in denen gesunder Nachwuchs eine Gnade war und ein behindertes Kind ein hinzunehmendes Schicksal. Aber ob damit wirklich nur "Klarheit" geschaffen wird und nicht doch auch Abtreibungen provoziert werden? Es könnte sein, dass der Test bald Routine ist, erst einmal allerdings nur für diejenigen, die sich ihn leisten können. Ist Behinderung dann ein Stigma armer Eltern? - al
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 | 2011/09/15 Erbgutanalyse "Sorry, Frank" ZEIT Nr. 38 S.45 |
| Kurze Glosse über die Tatsache, dass das erste Genom eines Deutschen vollständig entziffert wurde. Dieser sei kerngesund, umso interessanter wie viele Risikomerkmale er dennoch in seinem Erbgut mit sich herumtrage. Das aber sei völlig normal. Gott sei Dank! -al
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 | 2011/08/11: Hirn-Stammzellen: Bastelstunden am "Jungbrunnen" - FAZ.NET |
| Dass auch im erwachsenen Gehirn neue Hirnsubstanz gebildet wird, konnte bisher medizintechnisch noch nicht hinreichend genutzt werden. Zu langsam wurden in vitro aus neuronalen Stammzellen funktionierende Hirnzellen. Nun scheint man das Gewebe gefunden zu haben, dass "die Stammzellen quasi wachküsst" und auch andere Experimente konnten die Vermehrung der Stammzellen beschleunigen. Der Artikel warnt jedoch davor, sich Hoffnung auf eine baldige Anwendung z. B. bei Demenz zu machen. hhp
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 | 2011/08/01: Kino mit Anspruch: The Tree of Life - acht9 |
| Der Artikel feiert The Tree of Life als "ganz großes Kino" - natürlich nur für den, der das Anspruchsvolle liebt. Herausgestellt wird, dass der Film tiefe Fragen nach Gott und der Welt stellt; er halte sich aber mit Antworten zurück, "weicht im richtigen Moment aus, lässt alles offen". Dagegen betonen andere Rezensenten, dass Malick am Ende des Films die gelobte Zurückhaltung aufgibt, doch eine Antwort gibt und gerade damit "grandios scheitert" (Michael Schramm). hhp
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 | 2011/07/06 PID-Entscheidung: Welchen Embryo meint ihr? - FAZ.NET |
| In der PID-Entscheidung im Bundestag ging es um die Auswahl und den Schutz des frühesten, künstlich gezeugten Embryos. Das Embryonenschutzgesetz ist in der Hinsicht aber heillos veraltet, geht es doch von der Abgrenzung der totipotenten Zelle gegen die pluripotente Zelle aus. Zu dem Zeitpunkt, als es beschlossen wurde, war die Technik noch nicht entwickelt worden, mit der aus embryonalen, pluripotenten Stammzelllinien neue Individuen erzeugt werden können. Nun muß das Regelwerk überdacht werden. Das denkbare Kriterium, all diese Zellen strafrechtlich vor Manipulationen zu schützen, ist unmöglich. Um eine konsistente Basis zu erhalten, indem zum Beipiel all diese Zellen als totipotent eingestuft werden, müssten wesentliche Bereiche der aktuellen Medizin kriminalisiert werden. Der Artikel bietet einen anderen, sinnvolleren Ausweg an. -al
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 | 2011/06/14 Physik - Hinweise auf neue Naturkraft nicht bestätigt - süddeutsche.de |
| Im April 2011 bewegten Spekulationen Physiker in den USA, es könnte eine bislang unbekannte, fünfte Naturkraft oder zumindest ein unbekanntes Elementarteilchen geben. Diese Vermutungen haben einen Dämpfer erlitten: Eine zweite Gruppe von Wissenschaftlern, die an demselben Beschleunigerring arbeitet, hat in ihren eigenen Messungen keinerlei Hinweis auf neue Physik gefunden. Kommentar: auch vor zwei Monaten schon gab es Vermutungen, das drohende Aus des Teilchenbeschleunigers sei der eigentliche Grund für die sensationsheischende Meldung. -al
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 | 2011/07/13 Woodstock-Physik - Neues von der Suche nach der Weltformel - süddeutsche.de |
| Während die Kosmologen auf den Spuren der großen Strukturen des Universums sind, suchen die Quantenphysiker nach den kleinsten Bausteinen. Es will jedoch einfach nicht gelingen, die mathematische Beschreibung des Makrokosmos mit den Formeln des Mikrokosmos zu vereinigen. Die große Vereinheitlichung zu einem allumfassenden Gleichungssystem, populär oft "Weltformel" genannt, ist bislang nicht gelungen. Physiker vermuten nun, dies könnte an Ungereimtheiten in den beiden großen Theorien liegen. -al
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 | 2011/07/27 Kernphysik: "Higgs"-Partikel - Spuren des Gottesteilchens entdeckt - süddeutsche.de |
| Mit Hilfe der Detektoren am Ringbeschleuniger LHC haben Physiker des Europäischen Teilchenforschungszentrums Cern Hinweise auf die langgesuchten "Higgs"-Partikel (scherzhaft auch "Gottesteilchen" genannt") entdeckt. Noch sind diese Spuren jedoch eher schattenartige Abbilder des möglichen neuen Partikels. Um eine handfeste Entdeckung zu proklamieren, sind die Messwerte noch nicht aussagekräftig genug. -al
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 | 2011/06/20 Aus einer Leiche geboren - SPIEGEL 25/2011 |
| Die aufwühlende Geschichte des Kindes einer hirntoten Mutter stellt das gewissermassen kanonische Hirntodkriterium in Frage, dass Voraussetzung für die Organentnahme ist. Das bisherige Hirntod-Konzept besagt, dass der Körper nach dem endgültigen Absterben des Gehirns unweigerlich und rasch in seine Einzelteile zerfällt, weil das zentrale Steuerungsorgan, das Gehirn, fehlt. Diese Vorstellung ist schwer zu vereinbaren mit den mittlerweile 30 Fällen von hirntoten Schwangeren, die zum Teil monatelang am Leben gehalten wurden. - al
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 | 2011/07/26: To be or not to be, oder: Gibts das Higgs-Teilchen? - swissinfo.ch |
| Der deutschsprachige Artikel stellt ebenso die Frage nach der Existenz des Higgs-Teilchens und den Konsequenzen für die Standardtheorie, wenn das Teilchen nicht existiert. Der Artikel vergisst nicht, auf die noch (?) offenen "letzten Mysterien" hinzuweisen: Schwarze Energie und Materie, Antimaterie etc. - genug Stoff für weitere Kongresse ähnlich dem, über den der Artikel berichtet. hhp
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 | 2011/07/25: Existence of God particle to be decided by next year - The Telegraph |
| Das von Peter Higgs 1964 postulierte und nach ihm benannte Teilchen könnte am vergangenen Freitag beim CERN seine Spuren hinterlassen haben. Aufgrund der Datenfülle und weiterer Suchaktionen wird die Auswertung aber bis Ende nächsten Jahres dauern. Die Existenz des Higgs-Teilchens ist Voraussetzung dafür, dass das Standardmodell der Elementarteilchenphysik aufrecht erhalten werden kann. hhp
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 | 2011/07/09: PID-Beschluss im Bundestag: Wünsch dir was - The European |
| Katrin Grüber, die Leiterin des Instituts Mensch, Ethik und Wissenschaft bedauert die Entscheidung des Bundestags zur PID. Sie befürchtet insbesondere, dass eine dauerhafte Begrenzung des Anwendungsbereichs der PID nicht möglich ist. Mit Verweis auf die Erfahrungen in anderen Ländern geht sie davon aus, dass die getroffenen Verfahrensregelungen auf Dauer nicht verhindern können, dass die PID qualitativ immer weiter auf eine steigende Anzahl von Krankheiten und Behinderungen ausgedehnt werden wird. Als problematisch sieht sie auch den ungeklärten Umgang mit bei der Diagnostik erhaltenen Überschussinformationen, sowie den ungeklärten Umgang mit dem höheren Bedarf an Embryonen für das Verfahren. Die Befürworter der PID sieht sie nun in der besonderen Verpflichtung, die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die Behinderung als Teil menschlicher Vielfalt ansieht, in dieser Hinsicht umzusetzen. pk
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 | 2011/06/29: The Tree of Life von Terrence Malick: Eine Welt der Verwirrung - World Socialist Web Site |
| David Walsh fragt, ob The Tree of Life ein "erhellendes Licht auf Leben und Welt wirft". Walsh verneint diese Frage, weil die vom Film suggerierte enge Verbindung von Naturprozessen und menschlich-sozialen Prozessen (wie in der Soziobiologie) den Blick auf das für Walsh Eigentliche verstelle: die historisch-sozialen Gesetze, speziell die Beziehung zu Klasse und Produktion. Hier wird die marxistische Herkunft des Autors deutlich, der den Film als statisch, mythisch, somit ideologisch kritisiert und die marxistische "Wahrheit über die Realität" vermisst. Lesenswert, auch wenn man die Perspektive des Autors nicht teit. hhp
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 | 2011/06/28 Synthetische Biologie: Eine neue Lebensform - FAZ.NET |
| Chemikern ist es gelungen, künstliches Leben nach dem Vorbild der Evolution erschaffen, allerdings mit einem Baustein im Genom, den die Natur nicht nutzt. Im Vergleich zu Craig Venters bahnbrechendem Versuch vom letzten Jahr ein weiterer Schritt in Richtung synthetischen Lebens, der aber auf natürlicheren Prinzipien beruht. Für die Umwelt drohe keinerlei Gefahr: "Ein Organismus, der einen künstlichen Baustein braucht, den es in der Natur gar nicht gibt, stirbt, wenn er mal tatsächlich unbeabsichtigt in die Umwelt gelangt, sofort ab. Er kann sich nicht vermehren und auch seine Gene nicht verbreiten." So heißt es. Tatsächlich hat der entwickelte Organismus aber noch den "Defekt", im Zweifelsfall auch wieder auf seinen natürlichen Bestandteil zurückgreifen zu können. - al
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 | 2011/06/30 Reproduktionsmedizin: Für den Kinderwunsch in die Klinik im Ausland - ZEIT ONLINE |
| Nachwuchs dank PID oder Eizellspende: Kinderwunschkliniken in Europa locken mit Methoden, die in Deutschland verboten sind. Für einige Paare sind sie die letzte Hoffnung. In den Zentren werden inzwischen wohl jährlich schon rund 15.000 Patientinnen behandelt. Ein Beispiel für die notwendige Harmonisierung zumindest der europäischen Rechtsprechung, insbesondere wenn man bedenkt, dass Beratung zu der Angelegenheit, auch über medizinische Aspekte, bereits als Beihilfe zu einer Straftat gewertet werden kann. - al
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 | 2011/06/30 Mit Gewissen und Verstand - ZEIT Nr. 27 S. 42 |
| Martin Spiewaks sachliche Darstellung des Für und Wider in Sachen PID ist von einem deutlich befürwortenden Tenor geprägt, für den erst die Geburt der entscheidende "moralische Wendepunkt" ist. Ein weiterer Artikel informiert über die zur Abstimmung stehenden Gesetzesalternativen. Interessant wäre nun ein ebenso sachlicher Contra-PiD Artikel, sollte die ZEIT wirklich Entscheidungshilfe und nicht Lobbyistin sein wollen. Sicher ist ein relationaler Ansatz, der die Rechte des Embryo mit den Rechten der austragenden Mutter in Beziehung setzt, sinnvoll. "Damit der Zellhaufen leben kann, braucht er nämlich die Mutter". In der Tat. Aber auch das Baby braucht andere Menschen, ohne die es nicht leben kann, und so bleibt zu fragen, ob die Geburt tatsächlich der alles entscheidende Wendepunkt ist, mit dem sich alles ändert. -al
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 | 2011/06/21: ?The Tree of Life? - Die Theodizee nach Terrence Malick - Cicero |
| Für Constantin Magnis stellt sich der Film The Tree of Life der "vielleicht schwierigsten Frage der Christenheit", nämlich der Frage nach dem Leid angesichts eines gütigen Gottes. Er versuche, Schönheit und Grauen der Natur zusammen zu bringen, und auch die Familiengeschichte "in den geheimnisvollsten aller Kontexte, in das Gesamtwerk eines Schöpfergottes" einzuordnen. Der Film sei eigentlich Gebet und christliche Verkündigung, und enttäuschend sei, dass sich das deutsche Feuilleton darüber nicht empöre. hhp
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 | 2011/06/16: Schöpfung nach Terrence Malick in "The Tree of Life" Kino - Hannoversche Allgemeine |
| Nach Stefan Stosch thematisiert der Film die notwendige Entscheidung des Menschen zwischen Natur und Gnade. Das darwinistische Prinzip der Natur verkörpere der strenge Vater, die Gnade werde durch die Mutter vertreten, und im Sohn Jack träfen sich Stammes- und Individualgeschichte, um noch einmal die Verbindung von Kosmos und Menschenschicksal als Sinnfrage zu thematisieren. hhp
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 | 2011/06/15 Video-Filmkritik: "The Tree of Life" Requiem für einen verlorenen Sohn - Video-Filmkritiken - Feuilleton - FAZ.NET |
| Für Verena Lueken ist der Film "Tree of Life" Trauerarbeit. Die Trauer um den verlorenen Sohn umfasse dabei auch die Evolution des Kosmos, der gegenüber der existenziellen Familientragödie gleichgültig bleibe. Für Lueken ist die Botschaft: "Es gibt keinen Sinn". hhp
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 | 2011/06/13: Richard Dawkins: One Fact to Refute Creationism - The Skeptic's Inquisition |
| Auf Anfrage liefert Richard Dawkins ein Faktum, das den Kreationismus widerlege: Der evolutive Stammbaum, der sich aus dem Vergleich und der Ähnlichkeit der Gene von Lebewesen ergebe, sei ein schlagendes Argument. Die einzige Erklärungsalternative für diese Ähnlichkeiten sei ein intelligenter Designer, der uns vorsätzlich in die Irre führe. Das Problem liege jedoch nicht auf der sachlichen Ebene, sondern in der Tatsache, dass Kreationisten einfach nicht zuhören wollten - so jedenfall Dawkins. hhp
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 | 2011/06/10: Manfred Spitzer und das Schöne - Südwestpresse |
| Der Artikel berichtet über einen Vortrag des Hirnforschers Manfred Spitzer, der für Schönheit, Kreativität, Fremdenhass etc. biologische Komponenten benennt. Ein Trost für die nicht ganz so ordentlichen unter uns: "Wer kreativ ist, ist nicht ordentlich". hhp
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 | 2011/06/06: Kreationismus und wissenschaftliche Theologie - AG Evolutionsbiologie |
| Reinhard Junker, der Geschäftsführer von "Wort und Wissen", weist den Vorwurf zurück, dass "intelligentes Design" theologisch damit verbunden sei, Gottes Schöpfungshandeln mit Erklärungslücken der Naturwissenschaft zu begründen. Umgekehrt unterstellt Junker der wissenschaftlichen Theologie ein tendenziell atheistisches oder gnostisches Denken. Allerdings argumentiert er dabei mit einem Zerrbild wissenschaftlicher Schöpfungstheologie. Es lässt sich zeigen, dass sein Schöpfungsverständnis einem unzulänglichen Bild vom Welthandeln Gottes verhaftet ist, das in der Tat - trotz seines Widerspruchs - Gottes Schöpfungshandeln in Erklärungslücken der Wissenschaft ansiedelt. [Dem Text entnommene Zusammenfassung]
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 | 2011/05/30 Schweizer Wissenschaftlerin: Gott ist nicht im Gehirn- evangelisch.de |
| Portrait der Theologin Christina Aus der Au, die als einzige Ausländerin (Schweizerin) im Präsidium des Evangelischen Kirchentags sitzt. Ihre Habilitationsschrift verfasste sie über das Menschenbild in den Neurowissenschaften und der Theologie. Man erfährt u.a. interessantes über die These eines "Gottes-Gens", welches angeblich der US-Forscher Dean Hamer entdeckte: "Das ist Quatsch. Das würde auch Dean Hamer sagen. Der Begriff wurde ihm als Buchtitel von seinem Verlag aufgezwungen." (aus der Au) - al
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 | 2011/05/02 Großhirn-Voodoo - Spiegel 18/2011 |
| Egal, ob Mutterliebe, Trennungsschmerz, Gottesglaube: Über alles gibt der funktionelle Kernspin angeblich Auskunft. Nun regen sich Zweifel: Wie groß ist die Aussagekraft der Hirnscans wirklich? Wie beim Lautstärkeregler eines Radios kann ein Forscher bei der Auswertung der Versuchsdaten die Signifikanzgrenzen nach oben oder unten regeln und so bunte Flecken entstehen und wieder verschwinden lassen: ein hoch subjektiver Vorgang. Die fertigen Hirnscans sind von einem naturalistischen Abbild der Wirklichkeit also weit entfernt. Wie viel die hochartifiziellen Rechenkonstrukte am Ende noch mit der untersuchten Fragestellung zu tun haben, wird von vielen Forschern deutlich überschätzt. Die Kritiker wollen die Methode allerdings keineswegs ächten, sondern dringen nur darauf, sie zu verbessern. Das tut wohl Not, zur Aussagekraft über den Glauben der Probanden habe ich jedoch grundsätzliche Zweifel. - al
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 | 2011/05/26 Ärztetag: Dem Gewissen folgen - ZEIT Nr. 22 S. 39 |
| Patienten beim Suizid zu helfen, war Ärzten bislang nicht ausdrücklich untersagt. Auch schienen sich die Einstellungen der Ärzteschaft zu dem heiklen Thema zu lockern. Jetzt aber will die Bundesärztekammer Sterbehilfe durch eine Änderung der Berufsordnung verbieten. Die scheinbaren Lockerungen waren wohl Missverständnisse. Der Vizepräsident der Bundesärztekammer: "Auch wir wollen das Recht auf Patientenautonomie stärken". Der Mensch habe in Deutschland ein Recht, sich umzubringen, aber kein Recht auf ärztliche Hilfe beim Freitod. Damit werde das Gewissen der Ärzteschaft aber gleichgeschaltet, so ein Kritiker. Muss man diese Debatte als Wahlkampf um bevorstehende Präsientschaftswahlen in der Ärztekammer verstehen? - al
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 | 2011/04/12: Lynn Margulis Criticizes Neo-Darwinism in Discover Magazine - Evolution News |
| Der Discovery-Institute-Autor freut sich über die Kritik der Biologin Lynn Margulis am Erklärungsvermögen des Darwinismus. Lynn, die Intelligent Design (ID) ausdrücklich ablehnt, räumt ein: "Die Kritiker, einschließlich kreationistische Kritiker, haben in ihrer Kritik Recht". Lynn bezweifelt wie ID, dass die bekannten Faktoren von Mutation und Selektion zur Erklärung der Entstehung neuer Formen ausreichend sind. Die Erklärungs-Alternativen, die ID anbietet, hält Lynn jedoch für unwissenschaftlich. hhp
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 | 2011/05/26: Dawkins neue Idee: Bibel ohne Religion - kath.net |
| Dawkins - so der Artikel - schätze die kulturelle und literarische Bedeutung der Bibel (das Gegenteil davon kam im "Gotteswahn" zum Ausdruck), "man dürfe sie nur nicht von der Religion 'kapern' lassen". Ein Kommentar auf facebook: "In der nächsten Folge: Der Koran darf nicht vom Islam gekapert werden". Dem ist nichts hinzuzufügen. hhp
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 | 2011/05/25: Schweigt Gott, oder hören wir ihn einfach nicht? - Tagesanzeiger |
| Der mit der Goldenen Palme ausgezeichnete Film "The Tree of Life" wird als Versuch vorgestellt, mit filmischen Mitteln die Existenz Gottes zu beweisen. Verwoben wird das wunderbare, aber auch erschreckende der kosmischen Evolution mit dem realistischen Drama des menschlichen Lebens. Die Frage, warum Gott die Übel zulasse, hinterlässt eine "religiöse Unsicherheit" die der Rezensent als "das Beste an diesem religiösen Film" wertet. Der Regisseur halte diese "Angst, vielleicht ohne Gott sein zu müssen" aber nicht aus, sondern fliehe in eine kitschige Glaubenssicherheit. hhp
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 | 2011/05/15: Stephen Hawking: 'There is no heaven; it's a fairy story' |
| Stephen Hawking legt noch mal nach und geht über sein letztes Buch hinaus. Gott ist nun nicht nur nicht nötig zur Erklärung der Entstehung des Universums; ausdrücklich hält er Himmel und ein Weiterleben nach dem Tod für Märchen. Das Gehirn ist für Hawking ein Computer, der seine Arbeit beendet, wenn seine Komponenten ausfallen. Hawking: "Es gibt kein Weiterleben für kaputte Computer". Weiterleben sei eine "Geschichte für Leute, die Angst vor dem Dunklen haben". Auch die Frage "Warum sind wir hier?" beantwortet er gewohnt reduktionistisch: Weil beim sehr jungen Universum winzige Quantenfluktuationen ... usw. Dass auf Warum-Fragen mehrere Antworten möglich sind, bleibt wieder einmal außen vor. hhp
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 | 2011/05/14 Eine nachhaltige Entwicklung: Die Kirchen und die Atompolitik - evangelisch.de |
| Die Einbeziehung der Kirchen in die Ethikkomission der Bundesregierung mag manche verwundert haben, doch das kirchliche Engagement in Fragen der Kernenergie hat früh begonnen. Die gesamte deutsche Anti-AKW-Bewegung wäre ohne ihre christlichen Grundlagen kaum denkbar gewesen, heißt es. Der Artikel porträtiert sowohl die evangelische als auch die katholische Seite, erwähnt aber nicht die Differenzen, die es auch innerhalb der Kirchen sicher gab. -al
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 | 2011/04/27 "Gott greift nur ein, wenn es nötig ist" ? evangelisch.de |
| Interview mit dem langjährigen Direktor der Vatikanischen Sternwarte, dem Astronomen und Priester Georg Coyne. Im Gespräch geht es vor allem um Gottes Wirken in der Welt, das Coyne mit dem erzieherischen Handeln eines Vaters oder einer Mutter vergleicht. In der ?Jugend? bedarf es noch der starken Führung; dies drückt sich in den von Gott gegebenen Naturgesetzen aus, die die Entwicklung des Universums bestimmen. Aber wenn das ?Kind? älter wird, wissen die Eltern, dass sie ihm Unabhängigkeit zugestehen müssen, die Freiheit, sich selbst zu entwickeln. Trotzdem hält Coyne auch Wunder für möglich, ?aber nicht immer und überall?. ? al
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 | 2011/05/02: Großhirn-Voodoo - Spiegel online |
| Mit großer Euphorie wurde die Kernspintomografie (fMRT) auch auf die großen menschlichen Fragen angesetzt: Von der Willensfreiheit bis zum Gottesglauben erwartete man Auskunft durch Hirnscans. Nun nötigen neuere Forschungen zu größerer Bescheidenheit bei der Interpretation der Daten. Allzu leicht wurde ein Hirnscan als Abbild der Wirklichkeit missverstanden. Dabei habe das fMRT-Bild nur sehr mittelbar mit Hirnaktivität zu tun und die Festsetzung der Grenze, jenseits derer sich die Signale signifikant vom Ruhezustand unterscheiden, sei ein "hoch subjektiver Vorgang". Die Forscher wollen dabei die Methode nicht abschaffen, sondern verbessern und vor allzu vollmundigen Deutungen warnen. Ein gutes Beispiel für das Verhältnis von harten naturwissenschaftlichen Facts und daraus abgeleiteten Interpretationen. hhp
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 | 2011/05/05: Anatomical clues to human evolution from fish - BBC News |
| Haben Sie sich auch schon beim Blick in den Spiegel gefragt, welche Funktion eigentlich diese vertikale Rinne hat, die zwischen Ihrer Oberlippe und der Nase verläuft? Der BBC-Artikel verrät es: Sie hat keine! Das "Philtrum" ist vielmehr ein Indiz unserer evolutiven Vergangenheit als Fisch. Wenn Sie das nicht glauben, schauen Sie sich das integrierte Video an, in dem die Embryoentwicklung (bekanntlich der Spiegel der evolutiven Stammesentwicklung) in Zeitraffer die Entstehung des menschlichen Gesichts zeigt. Faszinierend. hhp
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 | 2011/04/27: Zoologie: Ameisen bilden lebendes Rettungsboot - Zeit online |
| Rote Feuerameisen in Brasilien geraten häufig in Überschwemmungen. Kein Problem für die Insekten: Sie bilden ein Floß aus ihren eigenen Körpern. [Text automatisch generiert] // Was den - übrigens mit einem anschaulichen Video dokumentierten - Artikel in unserem Kontext interessant mancht, ist vor allem das soziobilogische Phänomen der Schwarmintelligenz. hhp
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 | 2011/04/27: Seti-Projekt: Suche nach Leben im All wegen Geldnot eingestellt - Zeit online |
| Rückschlag für die Außerirdischen-Forschung: Aufgrund der Finanzkrise in den USA muss das Seti-Institut den Betrieb seines Radioteleskops vorerst einstellen. [Text automatisch generiert]. Die Suche nach Außerirdischen ist nicht nur für Science-Fiction-Fans interessant, sondern sogar theologisch; die SETI-Forschung könnte ein Beitrag sein zu Fragen wie: Ist der Mensch ein Zufallsprodukt, oder ist der Kosmos auf intelligentes Leben angelegt? (siehe http://www.forum-grenzfragen.de/aktuelles/2611-peitz-der-vervielfachte-christus.php). Aber - ehrlich gesagt - gibt es tatsächlich wichtigere Dinge. hhp
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 | 2011/04/24: Teilchenphysik: Forscherteam weist erstmals Antihelium-4-Kerne nach - Zeit online |
| Das Ende einer Ära: Rund40 Jahre lang galt Antihelium-3 als der schwerste Antimaterie-Atomkern. Nun hat ein internationales Forscherteam einen schwereren erzeugt. [Text automatisch generiert] // Neben der innerwissenschaftlichen Erkenntnis trägt das Experiment möglicherweise zur Frage bei, warum sich nach dem Urknall Materie und Antimaterie nicht gegenseitig ausgelöscht haben, sondern Materie übrig geblieben ist. hhp
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 | 2011/04/28: Marc Hauser: Fehlender Zweifel - Zeit online |
| Ein Forscher, starke Thesen, viele Affen und endlich ein Beweis [Text automatisch generiert]. Der Artikel geht vordergründig über die mögliche Empathie von Primaten, hintergründig aber um Wissenschaftsethos. Auch wenn sich die Thesen des Evolutionspsychologen Marc Hauser als richtig herausstellen sollten, so habe dieser offenbar Experimente und Daten manipuliert, um einer denkbaren Falsifikation zu entgehen. Der gebotene methodische Zweifel sei ignoriert worden - daher der Titel des Artikels. hhp
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 | 2011/04/25: Texas Freedom Network: Proposed Instructional Materials Put Science Education, Public Schools at Risk in Texas |
| Die texanische Schulbehörde könnte Materialien zulassen, die Kreationismus befördern und die Evolutionstheorie zurückweisen. Davor warnt die vorliegende Presseerklärung des National Center for Science Education und des Texas Freedom Network, dem durchaus auch religiöse Multiplikatoren angehören. Die zitierten Beispiele aus den Materialien machen die Türöffnerfunktion für den Kreationismus deutlich. Die Presseerklärung erinnert daran, dass es nach dem Doverurteil von 2005 verfassungswidrig ist, in öffentlichen Schulen Kreationismus und Intelligent Design zu unterrichten. (Die Materialien sind über einen Link zugänglich, erfordern zum Öffnen aber ein Passwort). hhp
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 | 2011/04/20 Alltägliches Dilemma - Zeit online |
| Ein Bericht über die schwierige Tätigkeit eines als Ethikberater tätigen Arztes in einem konfessionellen Krankenhaus. Der Wille des Patienten soll entscheiden, ist oft aber unklar, und Patientenverfügungen erfordern hermeneutische Auslegungsarbeit. Während es überall Ethik-Komissionen für Forschungsvorhaben gibt, verfügt nur ein kleiner Teil der Krankenhäuser über Ethik-Kommitees für Fragestellungen, die im Klinikalltag auftauchen. Die konfessionellen Krankenhäuser sind hier Vorreiter. - al
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 | 2011/04/25: Ipsos Global @dvisory: Supreme Being(s), the Afterlife and Evolution | Ipsos |
| Die Hälfte der Menschen ist religiös, aber "nur" 28% sind Kreationisten. Zu diesem Ergebnis kommt eine von Reuters beauftragte globale Umfrage in 23 Ländern. Konkret glauben 51% an ein göttliches Wesen, 18% nicht, 17% sind unsicher. Ähnlich glauben 51% an ein Weiterleben nach dem Tode, 23% an ein Ende, 26% wissen es nicht. 41% glauben an die menschliche Evolution, 28% glauben kreationistisch, 31% sind unschlüssig.
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 | 2011/04/19: Scientist imam: Muslims need to talk about evolution - life - 19 April 2011 - New Scientist |
| Der Physiker und Imam Usama Hasan hält Evolution und Koran für vereinbar, musste für diese Ansicht aber Morddrohungen hinnehmen. Die gängige Position unter Muslimen sei eine kreationistische. Um Evolution auch in muslimischen Kontexten behutsam zum Thema zu erheben, müssten mehr muslimische Wissenschaftler, deren Religiosität bekannt sei, ihre Sicht offen aussprechen. hhp
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 | 2011/04/04 Ethikkommission zur Atompolitik - "Ein biblisches Gebot" - süddeutsche.de |
| Angesichts der Katastrophe von Fukushima hat die Bundeskanzlerin eine Ethikkommission gegründet, die klären soll, ob Atomenergie in Deutschland ethisch verantwortbar ist. Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft wurden in die Kommission berufen - sowie drei christliche Vertreter. sueddeutsche.de hat schriftlich nachgefragt was der christliche Glaube mit Atomenergie zu tun hat, und wieso Christen berufen wurden, aber keine Vertreter von Umweltorganisationen. Nun, das kann im Grunde nur die Kanzlerin beantworten. Die berufenen Kirchenvertreter sagen, sie wurden wohl nicht wegen eines spezifischen Expertenwissens berufen, sondern als Vertreter gesellschaftlich relevanter Institutionen, die hinsichtlich der ethischen Urteilsbildung unserer Gesellschaft Bedeutung haben und die einen wichtigen Beitrag zur Erzeugung eines ethischen Grundkonsenses in dieser wichtigen Zukunftsfrage leisten können. - al
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 | 2011/04/07 Wissenschaft und Glaube - Geld für die Widerlegung der Erbsünde - süddeutsche.de |
| Ein ausgewogener Bericht über das Wohl und Wehe der Templeton-Stiftung, die im Bereich von Theologie und Naturwissenschaften der potenteste Geldgeber ist. Ein Strategiewechsel nach dem Tod des Gründers lässt die Stiftung verstärkt "hard science" unterstützen, ein Engagement, was auch in dem Journal Nature gewürdigt worden ist. Natürlich gibt es auch Kritik, wie man überhaupt Religion und Wissenschaft zusammenbringen kann. Die jeweiligen Forschungsergebnisse jedenfalls werden nicht manipuliert, auch wenn sie für die Religion negativ ausfallen sollten. - al
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 | 2011/04/08 Kernphysik - Eine Sensation in spe - süddeutsche.de |
| In dem Bericht der süddeutschen zu den ungewöhnlichen Meßergebnissen am Tevatron wird eine Forscherin zitiert, die selbst sagt: man müsse begreifen, ob man es tatsächlich mit einer neuen Physik zu tun habe, oder einfach mit Fehlern im Modell. Sollte Letzteres der Fall sein, so müsse man versuchen zu begreifen, wieso sich die Beobachtung nicht auf der Basis der bekannten Theorien erklären lässt. Auch in diesem Artikel wird allerdings gefragt, ob hier Ergebnisse aufgebauscht werden als ein letzter Versuch, das zur Schließung vorgesehene Tevatron zu retten. - al
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 | 2011/04/07 Möglicher Sensationsfund: Forscher rätseln über neue Naturkraft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft - SPIEGEL ONLINE |
| Auch der Spiegel berichtet über die merkwürdigen Entdeckungen am Tevatron, die in Hinsicht auf ein neues Elementarteilchen oder eine neue Naturgewalt gedeutet werden. Für eine abschließende Bewertung muss man allerdings auf eine Bestätigung aus anderer Quelle warten. Auch am LHC des Cern wird man versuchen, die Entdeckung des Fermilab zu bestätigen. Die Energie, mit der die Partikel kollidieren, ist im LHC dreieinhalb mal größer als im Tevatron. Deshalb sollte auch das rätselhafte Signal deutlicher zu sehen sein. Die LHC-Forscher müssten dafür kein neues Experiment starten, sondern in den bisher gewonnenen Daten suchen. Einige Forscher halten es für gut möglich, dass das Signal in den Fermilab-Daten kaum mehr als ein statistischer Schluckauf ist. Sollte es anders sein, werde man mit dem LHC in kurzer Zeit dramatische Beweise finden. Nun, wir werden sehen. -al
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 | 2011/04/06 Zeitalter der Entdecker: Mythos 1492 - ZEIT ONLINE |
| Christoph Kolumbus hielt sich für ein Werkzeug Gottes, wie das spannende Dossier darstellt. Seine kühne Westfahrt war ein Geniestreich, maßlose Sturheit und Selbstüberschätzungen brachten ihn zu Fall. Zu dem alten Mythos, er habe bei seinem Vorhaben gegen die Macht der Kirche zu kämpfen gehabt, die "bibeltreu" daran festgehalten habe, dass die Erde flach sei, erwähnt der Artikel nur: Die Experten am Hofe sind wohlvertraut mit den Schriften, auf die sich Kolumbus beruft. Woran sich ihr Widerspruch im Einzelnen entzündet, ist nicht bekannt, aber mit Sicherheit war es nicht die Annahme, dass die Erde rund sei; dies ist damals längst allgemein anerkannt. - al
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 | 2011/04/08 Physik: Träumen von der Entdeckung eines neuen Elementarteilchens - ZEIT ONLINE |
| Die Welt der Physik horcht auf: Der US-Teilchenbeschleuniger Tevatron liefert ungewöhnliche Messwerte. "Entweder ist unsere Vorstellung von dem, was da bei den Kollisionen passiert, falsch, oder wir haben etwas völlig Neues entdeckt", sagte einer der führenden Forscher der Arbeitsgruppe. Möglicherweise steckt ein neues Teilchen dahinter, das viel schwerer wäre als alles, was man bisher kennt, oder gar eine neue Naturgewalt, so wird gemutmaßt. Es gibt jedoch noch eine weitere Komponente in der Geschichte: Das Tevatron wird im September definitiv stillgelegt. Groß ist da in der Tat die Versuchung, auf der Zielgeraden etwas übereifrig zu sein. - al
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 | 2011/04/05: At Particle Lab, a Tantalizing Glimpse Has Physicists Holding Their Breaths - New York Times |
| Der Artikel stellt nicht weniger als "die bedeutendste physikalische Entdeckung der letzten 50 Jahre" in Aussicht. Ein Teilchenbeschleuniger hat Datenanomalien produziert, die entweder auf eine neue und unerwartete Version des heißbegehrten Higgs-Boson hinweisen oder gar auf eine neue physikalische Grundkraft - zusätzlich zu Gravitation, elektromagnetischer Wechselwirkung sowie starker und schwacher Wechselwirkung. Welche dieser beiden Deutungen auch zutreffe, die konventionelle Weisheit der Physik werde erschüttert. Neben ehrfürchtigem Respekt gibt es aber auch Skepsis, die in den Datenanomalien ein Artefakt vermuten lässt. Sollten die Messergebnisse aber valide sein, werde das Konkurrenzunternehmen am CERN in nicht allzu langer Zeit die Bestätigung erbringen können. Darauf solle man warten. hhp
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 | 2011/03/29: Michael Ruse, Dawkins fail to understand philosophical necessity - SocraticGadfly |
| Dass Übel beim Mechanismus der Selektion notwendig mitgegeben seien, war Kern der Argumentation von Michael Ruses Beitrag zum "Darwinismus und dem Problem des Übels". Der Blog SocraticGadfly versucht, Ruses Argumentation zu untergraben, indem er behauptet, Übel seien durchaus nicht notwendig in philosophischem Sinne. Gott hätte also eine bessere Welt schaffen können? Bei Nichtphilosoph Dawkins sei der falsche Gebrauch von "Notwendigkeit" verzeihlich, nicht aber beim Philosophen Ruse. hhp
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 | 2011/03/13: Michael Ruse: Darwinism and the Problem of Evil - Huffington Post |
| Der bekannte Wissenschaftsphilosoph Michael Ruse verteidigt die bekennenden Christen Karl Giberson und Francis Collins gegen die aufgeregte Kritik der neuen Atheisten, die Evolution und Glaube als unvereinbar hinstellen. Zwar sieht Ruse in der Zufälligkeit des Evolutionsprozesses eine unüberwindbare Schwierigkeit für den Glauben an einen göttlichen Plan. Andererseits sieht er aber nicht, dass die Evolutionstheorie das Theodizeeproblem (Wie kann der allgütige und allmächtige Gott die Übel zulassen?) verschärfe. Denn: Das moralische Übel werde i.a. auf den freien Willen zurückgeführt; der wiederum werde durch die Biologie untermauert. Es bleibt das physische Übel (z. B. Erdbeben). Hier spiele paradoxerweise Dawkins den Christen einen Trumpf in die Hände. Denn wenn Gott durch natürliche Gesetze geschaffen hat, und der einzige naturgesetzliche Weg zu lebendigen Wesen über die natürliche Selektion mit ihren schmerzhaften Mechanismen laufe, dann sind Übel in der Schöpfung unausweichlich. hhp
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 | 2011/03/22: Bausteine des Lebens: Am Anfang war... - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft |
| Stanley Millers Ursuppenexperimente zum Beginn des Lebens sind weitgehend bekannt, haben wissenschaftlich jedoch an Bedeutung verloren. Unbekannt geblieben sind dagegen Millers Folgeexperimente, deren Proben nun mit neuen Methoden erneut unter die Lupe genommen wurden. Dabei erwiesen sie sich als erheblich ergiebiger als die klassischen Experimente. Die Forscher sehen neue Argumente für die Ursuppentheorie und planen noch in diesem Jahr eine Wiederholung des klassischen Experiments. hhp
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 | 2011/03/10 PID-Gesetzesentwurf: Doppelte Falle - ZEIT Nr. 11 S. 37 |
| Das deutsche Embyronen-Schutzgesetz verbietet es, mehr als drei Eizellen pro Behandlungszyklus zu befruchten. Der Sinn der PID ist es jedoch, aus mehreren Embryonen die genetisch belasteten auszusortieren. Stünden nur drei zur Auswahl, könnte am Ende gar kein gesunder Keimling übrig bleiben. Durchschnittlich sind sieben Embryonen nötig, damit schließlich zwei unbelastete eingepflanzt werden können. Allerdings kommt es durchaus auch vor, dass nur ein oder zwei befruchtete Eizellen schadhaft sind. Dann entstehen überzählige Embryonen. Deren Schicksal muss ebenfalls geklärt werden. Das macht die Befürwortung der PID sicher nicht leichter. -al
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 | 2011/03/08 Gendiagnostik: Ethikrat uneins über PID - ZEIT ONLINE |
| Der Streit um die Präimplantationsdiagnostik spaltet Politik und Gesellschaft. Auch der Ethikrat hat zu keiner einheitlichen Position gefunden. Die Befürworter der PID im Ethikrat argumentieren in ihrem Votum, mit der Methode könne Paaren geholfen werden, "die aus genetischen Gründen wiederholte Fehl- oder Totgeburten erlebt haben". Außerdem könnten Schwangerschaftsabbrüche vermieden werden. Die PID-Gegner im Ethikrat wenden in ihrem Votum ein, durch PID könne menschliches Leben aufgrund unerwünschter Eigenschaften verworfen werden. Außerdem könne die Anwendung auch bei einer zunächst engen Begrenzung nach und nach ausgeweitet werden. Das kontroverse Stimmungsbild im Ethikrat zeigt in der Tat, dass der Deutsche Bundestag eine offene Diskussion ohne Fraktionszwang führen muss. -al
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 | 2011/03/11: Opposition to antievolution bill continues in Tennessee |
| Verschiedene Institutionen setzen sich gegen den antievolutiven Gesetzesentwurf in Tennessee zur Wehr. Entgegen den Beteuerungen der Gegenseite gäbe es praktisch keine wissenschaftliche Kontroverse bei der überwältigenden Mehrheit der Forscher über das Faktum der Evolution. Der Entwurf sei damit unnötig, unwissenschaftlich und höchst wahrscheinlich verfassungswidrig. Die amtliche Diskussion beginnt am 16. März. hhp
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