 | 2012/04/29 Synthetische Biologie: Leben erschaffen nach dem Lego-Prinzip - SPIEGEL ONLINE |
| Mit Methoden aus Biologie und Technik versucht sich der Mensch daran, den Code des Lebens zu verändern - oder sogar völlig neu zu schreiben. Craig Venters bekannte Versuche stehen kennzeichnend für das gesamte Forschungsgebiet der synthetischen Biologie, aber im Grunde handelt es sich um Grundlagenforschung. Wesentlich höheres ökonomisches Potenzial gestehen Experten der Idee zu, Zellen auf industrieller Grundlage mit neuen Aufgaben und Fähigkeiten auszustatten. Hier erscheint die Idee der BioBricks besonders charmant - eine Art biologischer Lego-Bausteine, die mit definierten Schnittstellen ausgestattet sind, über die sich die BioBricks verketten lassen. Parallel verspricht das Vorgehen, was den Menschen schon immer fasziniert hat: künstliches Leben zu erschaffen und sich damit gottgleich zu erheben, hält der informative Artikel am Rande fest. Der Mensch als von Gott begabter Mitschöpfer oder narzistischer Götterstürzer? Eine Frage der theologischen Interpretation der Sache. - al
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 | 2011/06/28 Synthetische Biologie: Eine neue Lebensform - FAZ.NET |
| Chemikern ist es gelungen, künstliches Leben nach dem Vorbild der Evolution erschaffen, allerdings mit einem Baustein im Genom, den die Natur nicht nutzt. Im Vergleich zu Craig Venters bahnbrechendem Versuch vom letzten Jahr ein weiterer Schritt in Richtung synthetischen Lebens, der aber auf natürlicheren Prinzipien beruht. Für die Umwelt drohe keinerlei Gefahr: "Ein Organismus, der einen künstlichen Baustein braucht, den es in der Natur gar nicht gibt, stirbt, wenn er mal tatsächlich unbeabsichtigt in die Umwelt gelangt, sofort ab. Er kann sich nicht vermehren und auch seine Gene nicht verbreiten." So heißt es. Tatsächlich hat der entwickelte Organismus aber noch den "Defekt", im Zweifelsfall auch wieder auf seinen natürlichen Bestandteil zurückgreifen zu können. - al
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 | 2010/06/28 Wir wissen nichts - SPIEGEL 26/2010 |
| Dass wer die DNA-Sequenz kenne, auch jeden Aspekt des Lebens kenne, sei ein Unfug, die dieselben Genetiker verbreitet haben, die auch die Angst vor der Kommerzialisierung schürten; so Craig Venter im Spiegel-Interview. Die künstliche Zelle werde es zwar erlauben, Fragen zu beantworten, die bisher völlig unzugänglich waren, doch das hieße eben nicht Gott zu spielen. Diese Interpretation findet Venter zum Glück eher beängstigend. Es handele sich dabei nicht um göttliche, sondern um wissenschaftliche Macht. Dass dies aber in unserer Gesellschaft nicht verstanden werde, das sei ein wirkliches Problem. Da hat er wohl recht. Wenn er aber schließt, für ihn gelte entweder Glaube oder Wissenschaft, beides zusammen gehe nicht, dann kann man das wohlwollend als Reflex auf diesen schlecht reflektierten Glauben verstehen, wie er in der Öffentlichkeit gepflegt und medial dargestellt wird; es bleibt aber ein gewisses Unbehagen angesichts von Venters strotzender Selbstsicherheit. - al
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 | 2010/06/28: Understanding the Risks and Rewards of Synthetic Biology - time |
| Der Artikel will die Versprechungen der synthetischen Biologie in ein rechtes Licht rücken, und bewertet sie zunächst als Marketing Schlagwörter, die alle Arten von wissenschaftlichem Herumbasteln mit biologischen Legosteinen bezeichnen. Zudem sind die guten Gaben verpackt in großem Risiko, der Gefahr, dass das manipulierte Leben unkontrolliert mutiert und agiert. Unfälle bei Kraftwerken seien schlimm, Lecks in Bioreaktoren aber schlimmer. Die Öffentlichkeit sei zur Intervention verpflichtet, wenn Wissenschaftler moralische Grenzen überschreiten. Es müsse öffentlich und vorausschauend debattiert werden, wo diese Grenzen liegen - nicht erst, wenn Fakten geschaffen wurden und Forscher ihren technischen Triumph bereits feiern. hhp
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 | 2010/06/02 Leben 2.0 - ZEIT Nr. 23 S.56 |
| Für das Machbare gebe es nur noch die Grenze unseres Vorstellungsvermögens, so wird Venter zitiert. Der Artikel problematisiert die Folgen einer möglichen Anwendung von Venters Experimenten auf das menschliche Erbgut. In so einem Leben 2.0 wären Menschen, so der Artikel, frei schwebende Selbstverbesserungsunternehmer, und wer dabei nicht mitmache, habe ohnehin verloren. Das ist implizit ein Plädoyer für das Einziehen einer weiteren Grenze des Machbaren, nämlich der Ethik, dem natürlich zuzustimmen ist. - al
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 | 2010/05/21: Künstliches Leben: Premiere - Craig Venter spielt Gott - sueddeutsche.de |
| Was Venter treibt, so der Artikel, das klinge nach göttlicher Schöpfung - Oder doch eher nach Frankenstein. Venter selbst wolle davon nichts wissen. "Wir schaffen Leben nicht von Grund auf neu. Wir nehmen das Material des Lebens, die Bausteine der DNS, und setzen sie neu zusammen. Wir bauen also auf mehr als drei Milliarden Jahren Evolution auf. " Wenn das Venters Äußerung zum Thema ist, dann ist die religiöse Überhöhung seines Tuns schlicht Resultat der medialen Berichterstattung, was dieser nicht gerade zu gute kommt. -al
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 | 2010/05/27: Dieser Erfolg braucht Skepsis - Rheinischer Merkur |
| Theologisch wohl informiert fordert der Artikel nach Entzauberung des Schaffens Venters: "Venter hat nicht Gott gespielt, er hat keine zweite Schöpfung begonnen. Er hat genial imitiert, und die Imitation ist in der Theologie die Chiffre für das Handeln des Menschen." Auf die ambivalenten Reaktionen der katholischen Kirche wird verwiesen und zurecht darauf aufmerksam gemacht, dass die sich nun aufdrängende Frage eine ethische ist. - al
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 | 2010/05/27: Synthetisches Leben: Zu welchem Zweck? - DIE ZEIT Nr. 22 S.39 |
| Der Gastkommentar von Arthur Caplan würdigt die Leistung Craig Venters als monumental, weil sie uns zeige, was in Zukunft machbar sein werde und dass diejenigen, die daran festhielten, das Leben lasse sich nicht mit mechanistischen, reduktionistischen Begriffen erklären, den Kampf verloren hätten. Würde und Wert wohne zwar beidem inne: dem, was Naturwissenschaftler wissen, können und machen, wie auch allem, was sie nicht verstehen. Leben allerdings "kann gemacht werden." - Dieser Triumphalismus hat ein gewisses "Geschmäckle". Ist der qualitative Unterschied zwischen Materie und Leben damit wirklich aufgehoben? Ist der Mensch gar nun Schöpfer, wie zahlreiche Überschriften zu suggerieren versuchen? Von dem kategorialien Unterschied zwischen göttlichem Schöpfen (ex nihilo) und menschlichen Machen wäre auch hier zu reden. - al
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 | 2010/05/27: Synthetisches Bakterium: Ein Schöpfungsakt - ZEIT Nr.22 S.39-40 |
| Bis heute ist es nicht gelungen, die Urkraft der atemberaubenden biologischen Vielfalt zu entschlüsseln. Wie ist jener Funke beschaffen, der das Feuerwerk der organischen Natur zündete? Mit dem Erfolg von Venters Team und der Synthetisierung eines künstlichen Bakteriums erscheint Rudolf Virchows Überzeugung, jede Zelle entstehe aus einer Zelle, überholt. Ganz aus dem Nichts entstand Venters Geschöpf indes nicht. Sein Team benötigte für das Experiment nahezu intakte Zellen. Immerhin, endgültig zu Grabe getragen erscheint nun die Idee einer vis vitalis, der immateriellen Lebenskraft, die allem Organischen innewohne. Was aber wäre, wenn Leben eine fundamentale Eigenschaft der Materie ist, ein zwangsläufiges Resultat der Naturgesetze? Stimmt es dann, wenn man wie der Artikel sagt: "Leben ist Information ? und sonst gar nichts"? Richtig bemerkt er: Die wirkliche Neuschöpfung einer Kreatur liegt noch weit jenseits der technischen Möglichkeiten der Labors. - al
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 | 2010/05/21: Gentechnik: Ein erster Hauch künstlichen Lebens - ZEIT ONLINE |
| Was ist Leben? Ob diese Jahrtausende alte Frage eine neue Antwort bekommen hat, das lässt der Artikel offen. Craig Venter ist davon überzeugt. Der 63-Jährige Biochemiker ist seinem Traum, künstliches Leben zu erschaffen, so nahe gekommen wie nie zuvor. Andere sind da kritischer. Venter behauptet, man unterstütze den ethischen und philosophischen Diskurs. "Jeder, der das Feld ein bisschen kennt, weiß, dass Venter hier Augenwischerei betreibt", sagt Axel Meyer, Evolutionsbiologe an der Universität Konstanz. - al
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 | 2010/05/21: Vatikan begrüßt die Schaffung eines künstlichen Bakteriums - evangelisch.de |
| Der Artikel auf evangelisch.de zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht den Übertreibungen verfällt, die andere Pressemeldungen zum Thema bringen. Mit dem SPD-Forschungspolitiker Röspel, ehemals Vorsitzender des Ethikbeirats im Bundestag, weist er darauf hin, dass man "vor Größenwahn warnen" muss. Ausgewogen werden theologische Befürworter wie wissenschaftskritische Äußerungen aufgeführt. - al
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 | 2010/05/21: Erster künstlicher Organismus: "Sie sollen tun, was wir wollen" -SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft |
| Man fühlt sich in die Zeit zu Beginn der Gentechnik zurückversetzt: Die alten Versprechungen werden genauso aufgewärmt wie die einstigen Befürchtungen. Einerseits fragt der Artikel, ob Craig Venter "Konkurrent Gottes" und "neuer Frankenstein" ist, andererseits traut man der synthetischen Biologie mit "maßgeschneiderten Genomen" die Lösung globaler Probleme zu, allem voran das Energieproblem. In Zeiten der Ölpest wird man dies gern hören. hhp
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 | 2010/05/21: Künstliches Leben: Vier Flaschen für ein Heureka - Forschung und Lehre - Feuilleton - FAZ.NET |
| Craig Venter hat es geschafft: Vom Lesen zum Schreiben des genetischen Codes! Das computergenerierte Genom kontrolliert nun eine "synthetische Zelle". Neben den technischen Segensverheißungen verspricht man sich auch die Klärung philosophischer Fragen: "Was ist Leben?" hhp
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 | 2010/05/21: Synthetische Biologie: Die Angst vor dem Amok der Mikroben - Mensch & Gene - Wissen - FAZ.NET |
| Angst vor künstlichem Leben, gar vor Bioterrorismus? Hört sich aber doch beruhigend an, wenn es im Artikel heißt, dass "die Ethik ... zum ständigen Begleiter der Forschungsprogramme" wurde. Doch wer betreibt hier eigentlich die Ethik? Es ist immer wieder die Rede davon, dass die "Wissenschaftler selbst" die Regeln festlegen und sich "eigene Verhaltenskodizes" geben. Doch reicht hier die Eigenkontrolle aus? hhp
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 | 2010/05/21: Durchbruch in Synthetischer Biologie: Das blaue Wunder des J. Craig Venter - Mensch & Gene - Wissen - FAZ.NET |
| Die FAZ berichtet zunächst über die wissenschaftlichen Aspekte dieses "Meilensteins der Synthetischen Biologie". Erwähnt werden daraufhin die philosophischen und ethischen Implikationen. Nach Venter selbst habe sich durch dieses Projekt die Definition und Einsicht in die Wirkungsweise des Lebens geändert. Auch Kritik kommt zu Wort: Die NGO "Action Group on Erosion, Technology and Concentration" warnt, dass mit dieser Hochrisikotechnologie die Büchse der Pandora geöffnet worden sei und fordert ein Moratorium bis internationale Gesetze etabliert seien. hhp
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 | 2010/05/20: Creation of a Bacterial Cell Controlled by a Chemically Synthesized Genome - ScienceExpress |
| Der Originalbeitrag des Craig Venter Institute in "Sciencexpress" ist übertitelt mit "Schaffung einer Bakterienzelle kontrolliert von einem chemisch synthetisierten Genom". Berichtet wird von der Synthese des Genoms und seiner Implementation in die Empfängerzelle, die letztendlich ausschließlich vom synthetischen Chromosom kontrolliert wird. Die neuen Zellen haben die erwarteten phänotypischen Eigenschaften und sind fähig zur fortgesetzten Selbstreplikation. Der letzte kurze Absatz betont, dass die ethische Debatte über synthetisches Leben seit den frühesten Stadien dieses Projekts angestoßen wurde. Man antizipiert, dass das Projekt philosophische Fragen aufwerfen wird, die weitgehende soziale und ethische Implikationen in sich bergen. "Wir unterstützen den kontinuierlichen Diskurs". hhp
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