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20.10.10: Physiker Audretsch zu Hawking
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Stephen Hawking, britischer Astrophysiker und Autor bekannter Bestseller wie "Eine kurze Geschichte der Zeit" von 1988, legte zusammen mit dem Physiker Leonard Mlodinow den "großen Entwurf" vor, der "eine neue Erklärung des Universums" liefern soll. Zum einen glaubt er, der Weltformel (theory of everything) nahe zu sein, zum anderen maßt er sich an, damit die letzten Fragen der Menschheit beantworten zu können. Fundamentale Fragen wie "Warum gibt es etwas und nicht einfach nichts?" waren bisher Gegenstand der Philosophie, die Hawking schon im zweiten Absatz des Buches schlicht für tot erklärt (S. 11). Die Autoren behaupten, "dass es möglich ist, diese Fragen ausschließlich in den Grenzen der Naturwissenschaft und ohne Rekurs auf göttliche Wesen zu beantworten" (S. 168). Damit werde auch der Rückgriff auf Gott als Schöpfer entbehrlich, denn das Universums entstehe spontan aus dem Nichts.
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Nachdem bereits der Philosoph Godehard Brüntrup diese Entstehung aus dem Nichts als logischen Widerspruch entlarvt hat, liegt nun eine Bewertung aus der Sicht von Jürgen Audretsch, Prof. em. für theoretische Physik an der Universität Konstanz, vor. Gehört Hawkings neues Buch aus dieser Perspektive "in jedes Regal", weil es sich "mit großem Gewinn" lesen lässt, wie der Rezensent und Physiker Ralf Bönt in der Süddeutschen vom 24.09. formuliert hat? Audretsch ist hier entschieden anderer Meinung: "Für mich bleibt der Ratschlag: Nicht kaufen!" Im Interview begründet Audretsch sein Urteil ausführlich - hören Sie selbst!
[Das gesamte Interview als mp3-Download [14.466 KB]
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Von der Unmöglichkeit einer Weltformel
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Stephen Hawking: "Some people will be very disappointed if there is not an ultimate theory, that can be formulated as a finite number of principles. I used to belong to that camp, but I have changed my mind. I'm now glad that our search for understanding will never come to an end, and that we will always have the challenge of new discovery. Without it, we would stagnate. Goedels theorem ensured there would always be a job for mathematicians. I think M theory will do the same for physicists." (Gödel and the end of physics) |
Hans Küng: "Doch nun die große Überraschung: Im Jahr 2004 lässt Hawking in einer Cambridger Vorlesung verlauten, dass er im Prinzip seine Suche nach einer Großen Vereinheitlichten Theorie für immer aufgegeben habe. ... Hawking beruft sich dabei überraschenderweise auf den ersten Unvollständigkeitssatz des österreichischen Mathematikers Kurt Gödel ... Dieser Satz aus dem Jahr 1930 besagt, dass ein endliches System von Axiomen immer Formeln enthält, die in diesem System weder bewiesen noch widerlegt werden können." (Der Anfang aller Dinge, München 2005, S. 33) |
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Quantenwelt elementarisiert
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Jürgen Audretsch kann dem möglichen Vorwurf, er kritisiere, ohne es selbst besser machen zu können, gelassen begegnen. "Die sonderbare Welt der Quanten" wendet sich an Natur- und Geisteswissenschaftler, an Studenten, Lehrer und Schüler und stellt die Grundvorstellungen der Quantentheorie elementarisiert dar. Audretsch zielt darauf, dass die Leser die verschiedenen Behauptungen über die Quantenwelt kritisch einordnen können und zum selbstständigen Weiterdenken angeregt werden. Das Buch wird abgerundet durch ein naturphilosophisches Gespräch zwischen Audretsch und Hans-Dieter Mutschler. "Die sonderbare Welt der Quanten" ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert! Eine vergleichbare Kostprobe finden Sie in dem multimedialen Vortrag von Jürgen Audretsch über "Verborgene Natur und konstruierte Wirklichkeit".
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Ankündigung
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Stephen Hawkings provokante Thesen sollen bei einer offenen Tagung mit seriösen Wissenschaftlern diskutiert werden:
14.01.2011, 17.00 Uhr – 21.00 Uhr Universum aus dem Nichts Stephen Hawkings Weltformel der Physik auf dem Prüfstand Ort: Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim
Rückfragen und unverbindliche Voranmeldung unter kuehn@akademie-rs.de.
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Zur Vertiefung empfohlen
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Druckbare Version
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